Geistliche Kunst

- Zur eigenen spirituellen Biografie -


Über die Jahre


Eines Nachts träumte mir, ich besäße einen ganzen Berg Papier, größer als ich selbst. Das war ein tiefes Glückserlebnis! „Endlich soviel Papier, wie ich brauche und noch viel mehr, nie mehr Mangel!“ Leider bin ich aus diesem Traum aufgewacht und ich hatte wieder nur mein kleines Vokabelheftchen, in das ich die Erlebnisse meiner Kinderwelt mit Bleistift täglich einzeichnete.


Ich war sechs Jahre alt und es war das Jahr 1947. Meine Eltern und ich waren das, was man „heimatvertrieben“ nannte. Wir hatten alles verloren, was man zum Leben braucht. Ein Vokabelheftchen, das ich immer wieder kaufen durfte, spricht für die Weitherzigkeit meiner Eltern in dieser Zeit, wo alles andere wichtiger gewesen wäre. Für mich war es ein wertvoller Besitz.
In meinen sechs Lebensjahren hatte ich schon viel erlebt: Krieg und Kriegsende, die Zeit bis zur Vertreibung als Deutsche unter Tschechen, Internierung, Lageraufenthalte, vielerlei Ängste und doch geborgen in der körperlichen Nähe der Mutter.


Als wir wieder eine Familie waren, mein Vater aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt war, als wir einen Ort gefunden hatten, wo wir erst mal bleiben und  wieder Alltag erleben konnten, fing ich an, alles zeichnerisch zu  dokumentieren, was ich in diesem kleinen Alltag erlebte. Es geschah mit spitzem Stift, so klein wie möglich, um Papier zu sparen.
Für mich war dieses Leben wohl intuitiv ein geheimnisvolles Geschenk und ich lebte es voll Erwartung. Jeder Tag war kostbar. Ich wollte meinem Erleben Ausdruck geben. Leider setzte mir mein Papiervorrat und der einzige Bleistift viel zu enge Grenzen und ließ mich davon träumen, einmal die Fülle zu haben.


Damals besaß ich ein einziges Buch mit Bildern, ein „Gottbüchlein“. Ich fand dieses Buch, vor allem mit seinen Bildern, hinreißend. In dieser Welt der biblischen Geschichten und Bilder war ich zu Hause, hier war meine geistliche Heimat. Ich machte mich mit Abraham auf in ein fremdes Land, litt mit David um seinen Sohn Absalom, kniete mit Maria an der Krippe und empörte mich über Petrus, der seinen Herrn verriet. Mit tiefster Überzeugung und in kindlicher Selbstgerechtigkeit versprach ich Jesus, dass ich so etwas nie tun würde, dass ich ihm immer treu bleiben würde.
Viele schöne Gebete enthielt dieses Buch, die ich heute noch kenne und ich war fest davon überzeugt, dass die vierzehn Engel, von denen es in einem Gebet hieß, auch um mein Bett stehen und mich schützen.


Später, in der Schule, so erzählen mir meine Schulkameradinnen von damals immer wieder, hätte ich jeder Hausaufgabe einen Rahmen, ein Gestalt, eine persönliche Note gegeben.
In dieser Zeit unserer materiellen Armut, in der alles, was wir besaßen eher zufällig zusammen gestellt war, in der es nichts Vollkommens gab, wollte ich vielleicht etwas Fertiges schaffen, etwas rund machen und Schönheit in meine Welt hineintragen.
Wie kostbar waren dabei die Buntstifte, die inzwischen zur Schulausstattung gehörten und mir neue Möglichkeiten eröffneten.


Wunderbar war der Kunstunterricht in der Volksschule, wie damals die Grundschule genannt wurde. Da es an geeigneten Lehrern fehlte, durften wir malen, was wir wollten. Diese Freiheit kam mir sehr entgegen und beglückte meinen Schulalltag. „Malen was ich will“ ist auch heute noch mein Liebstes. Etwas Werden lassen, mit Spannung auf das Werden achten, sich überraschen lassen, ohne enge Vorgaben und Zielbestimmungen ist für mich beglückend.


„Tun was wir wollen“, war zu einem Teil auch eine Erfahrung unserer Kindheit. Unsere Eltern hatten ihren Alltag zu bewältigen und damit genug zu tun. Sie waren froh, wenn wir jeden Abend heil und gesund nach Hause kamen.
Unendlich waren die Spielmöglichkeiten für uns Kinder auf dem Land. Alles wurde uns zum Spielmaterial, zur Spielwelt. Unserer Kreativität waren kaum Grenzen gesetzt.
In dieser Zeit hatte ich außer meinem Gottbüchlein und dem Lesebuch der Schule keine Bilder, nicht in unserer Wohnung, nicht in Büchern und schon gar nicht im Fernsehen, das noch nicht erfunden oder noch nicht verbreitet war. Und dennoch lebte ich in einer Welt der Bilder: da waren die Wolkenbilder, die sich vor meinen Augen vielgestaltig bewegten, da waren die Färbungen des Himmels zu jeder Tageszeit und bei jeder Wetterlage wieder neu, da brachte uns der Jahreslauf immer neue interessante Entdeckungsmöglichkeiten und selbst die getünchte Zimmerdecke über meinem Bett mit ihren Rissen und Flecken war eine Welt der Bilder. Alle meine Sinne waren stets angeregt.


Später, Im Kunstunterricht des Gymnasiums, erlebte ich einen verzweifelten Lehrer, verzweifelt über die Unfähigkeit seiner Schüler und die Sinnlosigkeit seines Lehrerdaseins. Er wurde nicht müde, uns unsere Unfähigkeit in markanten Worten voll Verachtung vorzuhalten, verbunden mit wüsten Beschimpfungen.
Ich schien für ihn so etwas, wie ein flackerndes Hoffnungslicht zu sein. Er betrachtete meine Bilder manchmal länger als ich erwartet hätte, Griff zum Pinsel, versuchte etwas weiter zu entwickeln und vergaß sich dabei für einen Augenblick. Ich hielt es aus, meine Bilder auch und ihm tat es möglicherweise gut. Gern hätte ich ihn glücklicher gemacht, dafür hätte ich auch meine Bilder zur Verfügung gestellt, wenn es nur in meinem Vermögen gestanden hätte, aber das war schwer in den Fünfzigerjahren. Wohl die meisten unserer Lehrer waren vom Krieg gezeichnet und hatten ihre Mühe mit sich und uns lebensvollen Kindern.


Meine sozialpädagogischen Studienwege fanden zu einer Zeit statt, als Kunstunterricht noch von Bedeutung war. Manches hat sich rückblickend mehr entfaltet, als ich es zur damaligen Zeit, als es durch Lehrpläne verordnet wurde, geahnt hätte.
Die Jahre vergingen, kreativ bin ich immer geblieben. Die Zeit der Papierarmut war irgendwann vorbei und ich konnte immer mehr aus dem Vollen schöpfen und experimentieren. Aber bis heute neige ich dazu, aus diesen frühen Erfahrungen heraus, Material zu sammeln, möglichst mehr zu haben als ich brauche und so etwas wie Überfluss zu erleben. Zugleich ist mir die Haltung geblieben, alles gut einzuteilen, es könnte ja sonst nicht reichen.


Als ich einen Kurs in Kalligrafie besuchte und zwei Grundschriften lernte, die Unziale und die Antiqua, fing ich an, mit dem wenigen, das ich gelernt hatte, unermüdlich  geistliche Texte zu schreiben. Texte, die mir aus dem Herzen sprachen, nach denen ich mich ausrichtete, Hoffnungsworte. Es waren Texte, wie Leitsätze für mein Leben. Aus den Vokabelheftchen von einst wurde Buch um Buch.


Ich erlebe es wohltuend und heilend, Worte zu schreiben, langsam Linie für Linie, Buchstabe für Buchstaben, jedem Buchstaben Gestalt zu geben, Worte werden zu lassen.
Wie viel Freude konnte ich mit diesen Worten bereiten in den vielen Jahren, in denen ich sie verschenkt habe, manchmal das rechte Wort zur rechten Zeit.
Die Freude die dadurch bewirkt wird und die wieder zurückkommt, schenkt mir immer wieder neue Motivation und neue Kraft.


Meine Grundschriften habe ich im Laufe der Zeit kreativ verändert. Je nach Aussage und Bild, kann ich jedem Text und jedem Bild seine eigene Schrift geben.


Bald entdeckte ich, dass die Botschaft von Text und Schrift auflebt, wenn Farben und Formen dazu kommen und im Einklang sprechen und ausstrahlen können.


Als ich 1973 nach Schwäbisch Hall kam um beim Aufbau einer Ausbildungsstätte unter Einsatz all meiner Kräfte wesentlich mitzuarbeiten, erlebte ich über Jahre einen so totalen Arbeitseinsatz, dass alles bildnerische Schaffen  zurückgestellt wurde um dieser beruflichen Aufgabe gerecht zu werden. Freilich war dieser Auftrag, etwas Neues zu schaffen, eine neue Ausbildungsstätte vom ersten Tag an mit aufzubauen, auch ein kreativer  Auftrag. Neues hat mich immer gelockt und so war ich oft in meinem Leben eine Erste oder bei den Ersten. Diese Lebenslinie habe ich erst rückblickend  erkannt.
Soweit es möglich war, besuchte ich Kunstkurse in verschiedenen Kunstakademien, um „dran“ zu bleiben. Vielleicht haben sie auch zur Entwicklung beigetragen. Die  Ausdrucksformen des Malens und Schreibens blieben wichtig, auch wenn die Zeit dafür fast fehlte.


Leben mit Bildern


Zu meiner inneren Welt gehören auch die inneren Bilder, die sich selbst gestalten oder die sich mir zur Gestaltung anbieten. Ich male und gestalte oft innerlich.
Meine Augen sehen immer und überall Farben, Formen, Strukturen, Motive, Stimmungen. Ich sammle Eindrücke.
Während ich im Konzert sitze und den Klängen lausche, schaue ich den inneren Bildern zu, die diese Klänge in mir hervorbringen. Geistliche Situationen wie Gottesdienste können voll innerer Bilder sein. Ich nehme sie auf und schaue sie an, male innerlich daran weiter und sinne nach, wie ich sie in die Wirklichkeit holen kann.
Ich sammle solche Bilder. Wenn ich nahe am Einschlafen bin, dann schaue ich eine Fülle an inneren Bildern, die mich mitnehmen in die Träume hinein.


Aber ich sammle auch ganz praktisch, geprägt durch meine Nachkriegskindheit bin ich immer am Entdecken und Sammeln. Ich sammle verschiedene Papiere, denn je nach Papier kommen Farben ganz unterschiedlich zur Wirkung, Materialien für Collagen, Farben und Hölzer. Sammeln ist Teil meines Gestaltens.


Beauftragung


Im Rückblick staune ich über die Wegführungen Gottes in meinem Leben und besonders auch in diesem Bereich. Auf einer Reise lernte ich eine Frau kennen. Ihre Söhne leiten eine Druckerei, der ein kleiner Verlag für christliche Kunstkarten angeschlossen ist. Als ich später diese Frau besuchte, fragte mich einer der Söhne, ob ich nicht für ihren Verlag arbeiten möchte. Ich hatte viele meiner „Werke „ mitgebracht und er wurde dadurch so angesprochen, dass er mir sofort dieses Angebot machte.
So begann ein neuer Weg. Jedes Jahr habe ich nun den Auftrag einen Entwurf für die Jahreslosung zu gestalten, auch für eine oder mehrere Weihnachtskarten und andere christliche Kunstkarten. Über die Jahre wurden mehr als 100 Karten gedruckt und sind  bis heute im Handel und neue kommen laufend dazu. Der Kundenkreis  und die Auflagen werden immer größer. Heute gehen die von mir entworfenen Jahreslosungen z. B. sogar nach Kenia, nach Tansania, in die Mongolei, in die USA und in manche europäischen Länder, wie sich von den Grüssen ableiten lässt, die von dort kommen.


Ein Jahreswort als Spiritueller Weg


Dem Erscheinen einer neuen Karte mit der Jahreslosung geht ein langer spiritueller Weg voraus. Gespannt frage ich lange vorher nach der jeweils neuen Jahreslosung. Ich lasse das Wort auf mich wirken. In mir entstehen innere Bilder. Ich lese den Text im Zusammenhang, steige in das Geschehen ein, werde Erlebende, Miterlebende, Angesprochene, Mitleidende, vielleicht Verstehende. Dieses Wort, dieses Geschehen lebt in mir, oft über eine lange Zeit, ich trage es durch meinen Alltag und Sonntag, durch gute und schwere Tage.


Während die gegenwärtige Jahreslosung als Karte, als Poster, die Menschen erreicht, die Rückmeldungen kommen, Gespräche und Austausch dazu stattfinden, während ich dankbar bin für gute Rückmeldungen und zugleich mit innerem Zittern den Weg begleite, lebt in mir schon das Neue.
Irgendwann versuche ich mit Papier und Stift Linien zu zeichnen, Farben zu denken und zu erproben und erlebe manchmal schmerzhaft, dass das innere, geistliche Bild in seiner geheimnisvollen Differenzierung nur schwer und suchend auf das Papier geholt werden kann.
So kommt nun die Zeit des Suchens und Versuchens. Formen, Farben, Anordnung, Schrift – wie bekommt dieses Wort, diese Botschaft seine Aussage? Wie kann ich meinen Auftrag erfüllen?
Ich erlebe Momente voll Hoffnung auf das Gelingen und dann ist es doch noch nicht geworden, es braucht Zeit, es will reifen. Es ist die Zeit des „Noch – Nicht“. Es gibt Versuche, die Farben zu finden durch ausprobieren, da geht es oft um Feinheiten, ob eine Farbe warm oder kühl wirken soll. Wichtig ist das Weiß des Papiers, das Licht, das geistliche Licht, das immer da sein und durchscheinen soll. Deshalb müssen die Farben transparent sein. Ich bin dankbar für die kostbaren Aquarellfarben und doch arbeite ich meist mit Farben, die ich selbst zusammenstelle und anrühre. Deckende Farben erscheinen mir bis jetzt für meinen Auftrag schwierig.
Irgendwann ist der Entwurf fertig und wird mit Herzklopfen und Beten zum Drucken geschickt. Voll Spannung erwarte ich dann den ersten Probedruck. Braucht das Bild ein Passepartout und wenn ja, in welcher Farbe? Oder soll es randlos sein? Für den Betrachter mag sich diese Frage kaum stellen, für den Ausdruck des Bildes aber kann das sehr wichtig sein.


Und dann wird dieses Bild als Karte, als Poster auf den Weg geschickt. Für mich ist es wie ein Kind, das in die Fremde entlassen wird, voll Hoffnung, dass die Welt es  gut aufnehmen möge. Wie Balsam ist es, wenn Menschen mir erzählen, dass und wie sie davon geistlich angesprochen werden.


Bilder entdecken


Bilder entdecken, das ist ein wohltuend anderer Weg neben der Auftragsarbeit, wie der Gestaltung der Jahreslosung. Sehr gern betrachte ich Hölzer, ihre Jahresringe, Strukturen, Risse, Beschädigungen. Achte auf ihre geheimnisvolle Sprache und nehme ihre Geschichte in mich auf. Irgendwann entdecke ich ein Bild in diesem Holz. Nun versuche ich achtsam, in vorsichtigen Schritten, mit Pinsel und Farbe, dieses Bild herauszuholen. Ich schaue mir fast selbst zu, wie es wird.
Viele Engel sind auf diese Weise entstanden. Die 14 Engel aus meinem Kindergebet
haben mich durch das Leben begleitet. Die auf Holz gemalten Engel begleiten nun hoffentlich im Glauben auch andere.
Immer wieder sind gerade solche Hölzer besonders wertvoll für meine Gestaltung die Knoten, Risse, Schnitte oder Beschädigungen haben. Ich sehe sie als ein Bild unseres und meines Lebens an. So manche tiefe Kerbe ist da, manche Furche,
manche Brüche, vieles ist geheilt und doch noch erinnerbar und der Schmerz noch nachspürbar. Und doch hat sich soviel gerundet und es ist ein Bild daraus geworden für mein einmaliges Leben. Das tröstet mich, das richtet mich auf.


Sehr gerne mache ich auch Farbverläufe. Ich experimentiere mit Farben, lasse sie ineinander fließen, sich selbst mischen und warte ab, was für ein Farbbild entsteht. Ich betrachte es, entdecke ein Thema, arbeite mit Pinsel und Stift daran und hole das Thema nach und nach heraus. Nun können noch Worte dazu kommen und irgendwann ist es ein fertiges Bild.


Erfüllung


Viele Jahre habe ich mir Räume gewünscht um Platz zu haben zum Gestalten und für Gäste. Es war eine große Sehnsucht. Im Jahr 2000 bekam ich ein Angebot: Eine besondere Wohnung und ein Atelier in der kleinen Stadt Gaildorf, nicht weit von Schwäbisch Hall entfernt. Die Wohnung ist wunderbar, ich lebe inzwischen darin und freue mich jeden Tag daran. Was aber besonders verlockend war, mir die Entscheidung leicht gemacht hat und mich bis heute sehr beglückt, ist das Atelier.


Seit mehr als 12 Jahren lebe ich nun in dieser neuen Welt. In vier lichtdurchfluteten Räumen kann ich malen und schreiben, präsentieren und verkaufen, Gäste empfangen und Gespräche führen, Menschen geistlich begleiten.
Hier kann ich in der Stille arbeiten und mich zugleich an immer neuen Besuchern freuen. Durch die Bilder und geschriebenen Texte entstehen wertvolle Gespräche. Manche Gäste kommen, um in diesem Umfeld von Farben und Bildern einwenig auszuruhen und aufzuatmen. Manches Bild oder Holz findet einen Liebhaber. Ich freue mich, wenn sich jemand angesprochen erlebt und es gern als Besitz haben möchte, das Geld, das ich dabei verdiene, hilft mir, die Unkosten zu bezahlen, aber immer ist es auch ein Abschied.


Gern halte ich mich in meinem Atelier auf, lebe zwischen meinen Bildern und freue mich an meinen Vorräten an Papier und Farben, an den gesammelten Hölzern mit ihren Maserungen. Es ist die Zeit der Fülle gekommen, der Traum meiner Kindheit hat sich erfüllt.
Aber noch immer ist da eine verborgene Sorge, es könnte nicht reichen, dann schaue ich alle Vorräte durch um festzustellen, dass es wirklich noch genug ist. Immer wieder tun sich dann aber auch neue Vorräte auf, vor allem für Hölzer.


Hier träume ich meiner Zukunft entgegen. Wie noch nie bisher sind die äußerlichen Bedingungen günstig.


Ausblick


Inzwischen habe ich das 80. Lebensjahr überschritten. Voll Staunen schaue ich auf mein Leben zurück. Wie durch ein offenes Tor gehe ich den Jahren entgegen, die mir noch geschenkt sind. Jeder Tag ist kostbar, jeder Tag ist ein Geschenk!


Bis heute sind meine Bilder, Schriften und Holzgestaltungen, Versuche geblieben.
Noch immer bin ich voll Sehnsucht künstlerisch zu wachsen. Das motiviert mich, es immer neu zu versuchen, das erhält mich lebendig.


Immer wieder wird mir gesagt, dass mein Atelier eine große Bereicherung sei, für mich ist es das auch.


Fast täglich schreibe ich meine Eindrücke in ein Buch, so wie ich das einst als Kind zeichnend getan habe, um die Spuren Gottes in meinem Leben wahrzunehmen und zu dokumentieren.


SOLI DEO GLORIA



Gaildorf 2022                                                                    Erika Genser