Meditation zur Gestaltung der Jahreslosung 2021

                                         


                              Jesus Christus spricht:


Seid barmherzig,
wie euer Vater barmherzig ist

 

 

                                                                Lukas 6,36


Der Evangelist Lukas schenkt uns neben der Bergpredigt Jesu im Matthäus-Evangelium die Feldpredigt Jesu. Beide Überlieferungen führen uns zum Horchen auf die Botschaft Jesu. In Lukas 6 haben wir ähnlich wie in Matthäus 5 die Seligpreisungen! Jesus will uns, seine Hörer, den anderen Weg gegen die üblichen gesellschaftlichen Verhaltensregeln zeigen.


Mit Jesus ist in die Finsternis der Welt das Licht der Barmherzigkeit Gottes eingebrochen. Das Bild zeigt uns im unteren Teil das Dunkel der Welt. Kantige Mauern der Gesellschaft umgeben uns. Aber da bricht über die Mauer normaler Erfahrung ein Lichtstrom von oben ein. Nicht mehr die dunkle Mauer weltlichen Zwangsverhaltens soll uns bestimmen.

Hinter und auch schon über die Mauer lodert das Feuer des Heiligen Geistes auf.

Fast wie ein Altar erscheint mir der schon überstrahlte Block, an dem das Kreuz Jesu angedeutet ist. Was sich vielleicht schon andeutet in dem grünen und blauen Feld unter dem Querbalken, wird deutlich im oberen Teil. Der barmherzige Vater, der die Schöpfung angefangen hat, bringt in Jesus, in seinem Kreuz die Erlösung aus dem gnadenlosen Gesetz der Unbarmherzigkeit.

Die Feuerflamme ist zunächst die Opferflamme, die das Opfer Jesu verzehrt. Aus diesem Opferfeuer aber wird das Pfingstfeuer des Geistes, der Taube, die uns in den Sonnenaufgang der Barmherzigkeit Gottes in Jesus Christus hineinholt. So dürfen wir selber Teil dieser
Barmherzigkeit werden.

Der Vater handelt im Sohn und durch ihn in seiner Gemeinde in allen Kirchen und Konfessionen. Er will der kalten Unbarmherzigkeit ein Ende machen. Seid barmherzig, wie auch Euer Vater barmherzig ist. In Jesus hat sich der Vater offenbart, der in der Unbarmherzigkeit dieser Welt neu anfangen will mit göttlicher Barmherzigkeit.

Wir Christen, Du und ich, die christliche Gemeinde soll in der Kraft des Heiligen Geistes einen neuen Sonnenaufgang des barmherzigen Vaters bezeugen, der mit Jesus Christus angebrochen ist. Es beginnt eine neue Schöpfung!

Seid barmherzig, wie auch Euer Vater barmherzig ist. Ohne Jesus sehen wir in den Abgründen der unbarmherzigen Welt nur die Erbarmungslosigkeit der Welt. Aber Jesus wird durch sein Kommen, durch Kreuz und Auferstehung zur Pfingstsonne, die als Taube des Heiligen Geistes Barmherzigkeit möglich macht gegen alle Gesetze der Welt. Dieses Pfingstwunder hat begonnen und nimmt uns mit in die himmlische Möglichkeit der Barmherzigkeit. Das wird spürbar im engsten Kreise des natürlichen Lebens und wirkt im Wirken des Heiligen Geistes durch alle Konfessionen bis hinein in das politische Leben. Die neue Welt des barmherzigen Vaters beginnt, wo der Geist Jesu uns zu barmherzigen Schritten führt.


Friedrich Bosch

Pfarrer i. R. Hof/ S.